Doch keine Meuterei auf der Gorch Fock ?

Die Skandale um das Segelschulschiff der deutschen Marine haben einen neuen Klimax erreicht. Mittlerweile wird nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand von Meuterei und mehrfachen sexuellen Übergriffen gesprochen.

Auf dem Schulschiff „Gorch Fock“ der deutschen Bundeswehr geht es heiß her. Die Gerüchteküche brodelt gewaltig. Im November des letzten Jahres starb eine 25 Jahre alte Marineanwärterin, indem sie von den Masten auf das Deck herabstürzte. Angeblich wurde Druck auf die junge Frau von Seiten der Ausbilder ausgeübt in eine derartige Höhe emporzuklettern, obwohl sie sich zunächst weigerte.

Aufgrund dieser Vorfälle soll es nach Insiderberichten zu einer Meuterei gekommen sein. Hellmut Königshaus, der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, gab dagegen öffentlich bekannt, dass an den Gerüchten nichts dran sei und es „keine Meuterei gab“. Man nahm lediglich, aufgrund des tragischen Unfalls, nicht sofort wieder das normale Tagesgeschehen auf.

Derartige Vorfälle scheinen auf dem Marineschiff kein Einzelfall zu sein. Bereits sechs Kadetten starben während ihrer Ausbildung auf der Gorch Fock. Im September 2008 ging beispielsweise eine Anwärterin, aus bisher ungeklärten Gründen, über Bord des Dreimasters – die Leiche wurde erst nach Tagen entdeckt.

Verteidigungsminister Karl Theodor von Guttenberg versprach eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle und warnte zugleich vor zu schnellen Urteilen. Sollte es dennoch ein Fehlverhalten gegeben haben, würden selbstverständlich alle notwendigen Konsequenzen gezogen werden.

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von Meik Struve | In Panorama, Politik | 20/01/11 um 16:45


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