Dioxin-Skandal: Industriefett im Tierfutter

Seit Freitag ist es offiziell: Die erhöhten Dioxinwerte lassen sich auf Industriefette, wie beispielsweise Frittieröl, zurückführen.

Johannes Remmel, der Verbraucherschutzminister Nordreihn-Westfalens, gab am Freitag bekannt, dass das giftige Dioxin aus Substanzen entstamme, die der Herstellung von Biodiesel dienen. Im Zuge der Verarbeitung von Altfetten hätten sich Dioxine, die bereits im Fett eingelagert waren, konzentriert. Dies seien die Ergebnisse des Veterinäruntersuchungsamts in Münster – eine der amtlichen Prüfungsstellen, die wegen den Dioxin-Fällen Untersuchungen anstellen.

Produzierendes Unternehmen sei die Firma „Vital“, die ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen hat. Auf welchem Wege jedoch die als Industriefett markierte Substanzen in die Tierfutterproduktion gelangten, konnte bisher noch nicht im Detail festgestellt werden. Bekannt ist aber, dass der Betrieb Harles und Jentzsch wahrscheinlich für die Falschkennzeichnung des dioxin-verseuchten Fettes verantwortlich sein dürfte.

Die deutschen Bürger ziehen Konsequenzen aus den Vorfällen und kaufen weniger Schweine- oder Geflügelprodukte. Insbesondere die Nachfrage nach Schweinefleisch ist seit Bekanntwerden des Dioxin-Skandals erheblich eingebrochen.

Leittragende sind an erster Stelle die Bauern. Diese versammeln sich gerade in Berlin, um mit einer Trecker-Sternfahrt im Zuge der Grünen Woche eine Abkehr von der industriellen Landwirtschaft zu fordern. Gewünscht ist eine Rückkehr zu ökologischem Anbau, eine Abwendung von Massentierhaltung, sowie eine Vermeidung von gentechnischen veränderten Nahrungsmitteln.

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von Meik Struve | In Politik, Top Stories | 22/01/11 um 14:00


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